„Sync Ratio“


Artist:
Nense Tango (Chile)

Umsetzungsjahr:
2026

Standort:
Fehrfeld 39, Bremen

Fassadenpartner:
LEG

Science Partner:
U Bremen Research Alliance

Der Künstler und das Werk

Wie nah können sich Mensch und Maschine kommen? Nense Tangos „Sync Ratio“ macht diese Frage der Verständigung zum Bild. Es zeigt eine Figur mit geschlossenen Augen, die ein glänzendes Chrom-Herz in den Händen hält, irgendwo zwischen Denken und Gelesenwerden. Rosafarbene Scan-Felder tasten ihr Gesicht ab wie ein maschinelles Sehsystem, während sie zugleich selbst einen Gedanken hervorbringt. 

Das Chrom-Herz, organisch in der Form und technisch im Material, wird zum Sinnbild dieser Annäherung, dem Punkt, an dem Mensch und Technik einander begegnen. Der Titel „Sync Ratio“ meint das Maß, in dem beide sich synchronisieren. Terminaltext am Bildrand liest sich wie ein Diagnose-Protokoll, wie Daten, die von einem Körper abgegriffen werden. So bleibt offen, ob die Figur denkt oder gelesen wird, ob sie Subjekt ist oder Objekt. Mensch und Maschine werden zu Spiegeln füreinander. 

Nense Tango arbeitet mit dieser Doppeldeutigkeit bewusst. Aus einer glitch-artigen Verzerrung entsteht der Eindruck einer Mensch-Maschine-Schnittstelle, in der Gedanke und Scan im selben Moment geschehen. Das Werk handelt von der Grenze und der Verbindung zwischen Geist, Maschine und Körper. 

Vom Werk zur Wissenschaft 

Beim MURAL CITY – Beauty of Science nimmt Nense Tangos Arbeit Bezug auf die Künstliche Intelligenz und Robotik und stellt die Frage, die auch die Bremer Forschung antreibt: Wie bringt man einer Maschine bei, was dem Menschen selbstverständlich ist, sehen, greifen, verstehen? Genau an dieser Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine setzt die Forschung in Bremen an. 

In Bremen wird an genau dieser Schnittstelle geforscht. Bremen zählt zu den stärksten KI-Standorten Deutschlands und ist Ausrichter der IJCAI-ECAI 2026, einer der weltweit wichtigsten Konferenzen für Künstliche Intelligenz. 

Die U Bremen Research Alliance ist ein Netzwerk, in dem Institute über Fachgrenzen hinweg an Künstlicher Intelligenz arbeiten. Mit dem Wissenschaftsschwerpunkt Minds, Media, Machines und dem DFKI verbindet die Bremer Forschung Robotik, Wahrnehmung und maschinelles Lernen: Roboter, die alltägliche Handgriffe am menschlichen Vorbild erlernen, Systeme, die Biosignale und Sinneseindrücke auswerten. Der Anspruch dahinter ist, Künstliche Intelligenz offen, nachvollziehbar und dem Menschen zugewandt zu entwickeln. 


Bio

Nense Tango, mit bürgerlichem Namen Martín Gómez, wurde 1993 in Santiago de Chile geboren, wo er auch studierte. Sein Werk bewegt sich zwischen figurativer Malerei und digitaler Ästhetik und untersucht das Verhältnis von Mensch und Technik, von Körper und Wahrnehmung. 

Kontaktiere uns

Fragen zum Werk, zum Festival oder zu einem eigenen Projekt? Wir freuen uns über eure Nachricht.