„Terra Aliena“
Artist:
ISS.UE (Ukraine)
Umsetzungsjahr:
2026
Standort:
Am Dobben 28, Bremen
Fassadenpartner:
Vonovia
Science Partner:
The Martian Mindset
Der Künstler und das Werk
Das Fremde ist eine Frage der Perspektive. ISS.UEs Wandbild „Terra Aliena“ zeigt ein fragiles Gefüge, das zwischen Zusammenhalt und Zerfall balanciert. Aus dem Zusammenspiel einzelner Elemente formt sich etwas Neues, das jederzeit auseinanderfallen könnte, ein Objekt, das außerirdisch wirkt. Das Werk erzählt vom Wagnis eines Aufbruchs ins Unbekannte.
Nichts anderes stünde am Anfang einer Besiedelung des Mars, wo ein Ort zum Leben erst gegen eine lebensfeindliche Welt errungen werden müsste. Und doch kehrt das Werk den Blick um: Auf dem Mars wären wir die Fremden. So sind die vermeintlich Außerirdischen am Ende wir selbst. In der tristen, kargen Stimmung des roten Planeten macht die surreale Bildwelt die Spannung zwischen Aufbruch und Ungewissheit spürbar.
Diese Mehrdeutigkeit ist typisch für ISS.UE. Seine Arbeit kreist um Transformation, Zufall und Verbundenheit: Er übersetzt spontane urbane Momente in vielschichtige Kompositionen, in denen sich Formen verbinden, überlagern und wieder auflösen. Was hier zwischen Ordnung und Zerfall schwebt, trägt die Handschrift eines Künstlers, der aus dem Malen auf Zügen und aus der Typografie kommt und den Zufall als gestaltende Kraft begreift.
Vom Werk zur Wissenschaft
Beim MURAL CITY – Beauty of Science wirft ISS.UEs Arbeit einen Blick in die Ferne, zur Frage, wie Leben auf dem Mars möglich wäre. Was im Werk als Wagnis eines Aufbruchs anklingt, ist in Bremen Gegenstand konkreter Forschung. Denn der Mars ist nicht nur ein Sehnsuchtsort, sondern ein Labor für das Leben unter extremer Knappheit.
Wer zum Mars aufbricht, muss mit dem Wenigsten auskommen. Im Bremer Exzellenzcluster „Die Marsperspektive“ wird untersucht, wie Leben dort gelingt. Aus der Frage, wie Menschen nur mit den vorhandenen Ressourcen (Ersatz-)Teile herstellen, entstehen Ideen für die Erde: Niedrigenergie-Prozesse, geschlossene Kreisläufe, ein Leben, das mit weniger mehr erreicht.
So forscht das Laboratory of Applied Space Microbiology (ZARM) beispielsweise an Lebenserhaltungssystemen für Mars-Stationen. Mikroorganismen wie Bakterien werden unter Mars-Bedingungen gezüchtet, um vor Ort Nahrung, Sauerstoff und Medikamente zu produzieren. Das Ziel sind autarke, von der Erde unabhängige Systeme. Der Blick auf den roten Planeten wird so zur Schule für unseren eigenen.
Bio
ISS.UE ist ein Street-Art-Künstler, geboren und aufgewachsen in Simferopol (Ukraine) und heute in Berlin zuhause. Seine künstlerische Laufbahn begann 2004 mit dem Malen auf Zügen und klassischem Graffiti und entwickelte sich über digitale Medien und seine Leidenschaft für Typografie hin zu Studioarbeit und Wandmalerei. Der urbane Raum bleibt seine wichtigste Inspirationsquelle. In seiner Arbeit beschäftigt sich ISS.UE mit Transformation, Zufall und Verbundenheit und übersetzt spontane urbane Momente in vielschichtige, mehrdeutige Kompositionen.
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